Zwei von zehn Kindern im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren sind übergewichtig. Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) führen sehr oft zu Herz-Kreislauf- Erkrankungen und Diabetes. Bereits bei 86% adipöser Kinder in der Schweiz lassen sich gewichtsabhängige Erkrankungen nachweisen. Diese müssen dann entsprechend behandelt werden und generieren hohe Gesundheitskosten. Um diese Folgekosten zu vermeiden, hat der Bund letztes Jahr beschlossen, multiprofessionelle Therapieprogramme mit Bewegungstherapie, Ernährungslehre, sowie psychologischer und medizinischer Unterstützung inkl. Gespräche mit den Erziehungsberichtigten während fünf Jahren durch die Grundversicherung finanzieren zu lassen. Während dieser Zeit müssen die Programme auch wissenschaftlich begleitet und evaluiert werden. Erst wenn sich in dieser Versuchsphase zeigt, dass die gesetzten Ziele der Gewichtsreduktion und Lebensstil- Änderung bei den Kindern und Jugendlichen nachhaltig erreicht werden kann, werden die Programme definitiv in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen.
Kinder und Jugendliche, die von Übergewicht und Adipositas betroffen sind, werden von ihrer Umwelt stigmatisiert und gehänselt. Pro Jahr kommen in der Altersklasse zwischen 6 und 19 Jahren zusätzlich zirka 4’300 neue übergewichtige und 1’000 neue adipöse Kinder hinzu. Zudem haben übergewichtige Kinder oft ebensolche Eltern und damit keine überzeugenden Vorbilder. Bleibt ihr Übergewicht unbehandelt, so werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsene fettleibig sein. Diese Entwicklung muss möglichst frühzeitig unterbrochen werden. Erschwerend kommt hinzu, dass gemäss einer Untersuchung in Basel 35% der übergewichtigen und adipösen Kinder psychische Störungen aufweisen.




